Prepaid-Kreditkarten haben sich in den vergangenen Jahren am Markt etabliert. Sie bieten mehrere Vorteile: Zum einen besteht durch die Beschränkung des Verfügungsrahmens auf das Kontoguthaben eine strikte Ausgabenkontrolle. Zum anderen entfällt auch die sonst übliche Bonitätsprüfung.
Diese beiden Eigenschaften machen Prepaid-Kreditkarten für neue Zielgruppen interessant. Mehrere Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der Bürde einer so genannten negativen Zahlungshistorie. Dahinter verbirgt sich ein Negativeintrag bei der Schufa oder einer anderen Auskunftei. Ist in der Vergangenheit einmal ein Kredit geplatzt oder wurde ein Konto wegen Überziehung durch die Bank gekündigt, verweigern Banken für Jahre die Ausstellung von Konto und Karte.
Der Markt für Prepaid Kreditkarten hat sich seit den ersten Pionier-Angeboten zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts rasant weiterentwickelt. Insbesondere Angebote, die eine Kombination aus Kreditkarte und Girokonto bieten sind sehr gefragt. Sie bieten – bei voller Kostenkontrolle und ohne Bonitätsprüfung oder Einkommensnachweis -eine Komplettlösung für den privaten Zahlungsverkehr.
Girokonto auf Guthabenbasis inklusive
Die Angebote werden zumeist als Prepaid Kreditkarte mit Girokontofunktion angeboten. Dahinter verbirgt sich ein gewöhnliches Girokonto mit deutscher Kontonummer inklusive Prepaid Kreditkarte. Die Umsätze der Kreditkarte werden in Echtzeit dem Girokonto belastet. Das Konto kann ausschließlich im Guthaben geführt werden.
Neben bargeldlosem Zahlen im Handel und Barverfügungen am Geldautomaten sind bei Prepaid-Angeboten mit Girokonto auch Überweisungen möglich. Es können Beträge zu beliebigen Konten innerhalb der EU überwiesen werden. Auch der Empfang von Geldern per Überweisung ist möglich. Die Aufladung des Kreditkartenkontos (das identisch mit dem Girokonto ist) kann demnach von jedem anderen Konto aus erfolgen.
Wird die Kontonummer beispielsweise dem Arbeitgeber oder einer Behörde, von der Geldleistungen im Empfang genommen werden, können diese Zahlungen direkt in Empfang und mit der Prepaid Kreditkarte verfügt werden. Bei den Angeboten handelt es sich praktisch ausnahmslos um Konten mit Online-Führung. Ein Internetzugang ist somit erforderlich.
Viele Anbieter zeichnen sich durch komfortable Zusatzfunktionen aus. E-Mail- und SMS-Benachrichtigungen bei Kontobewegungen etwa erleichtern es, den Überblick zu behalten.
Prepaid-Kreditkarten mit Girokontofunktion sind ein Ausweg für alle, die wegen einer beschädigten Bonität kein Konto erhalten können. Wie bei den meisten Zahlungsverkehrs-Produkten auf Guthabenbasis fallen die Gebühren etwas höher aus als es bei anderen Konten im Durchschnitt der Fall ist.
Zur Freischaltung von Konto und Karte muss in der Regel die erste Jahresgebühr vorab überwiesen werden. Hier werden zwischen 50 und 100 Euro fällig. Überweisungen kosten zwischen 10 und 60 Cent pro Vorgang und Barverfügungen am Geldautomaten werden mit 4 bis 6 Euro in Rechnung gestellt.

