SMS sollen in armen Ländern helfen
05.02.2009
Obwohl in Entwicklungs- und Schwellenländern viele arme Menschen wohnen, besitzen über 1,5 Milliarden Menschen dort ein Mobiltelefon und können lesen und schreiben. Durch diese Tatsache soll ihnen jetzt geholfen werden.
Viele dieser 1,5 Milliarden Menschen können sogar lesen, schreiben und beherrschen Englisch. Trotzdem haben sie keine Arbeit und müssen mit weniger als drei Dollar am Tag leben. Ein neues Start-Up Unternehmen macht sich dies jetzt zu Nutze, das von Nathan Eagle, einem Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT), gegründet wurde. Es heißt “txteagle” und verteilt per SMS kleinere Aufträge an Menschen in Entwicklungsländern. Dazu gehören zum Beispiel kleine Übersetzungsarbeiten, die Verschlagwortung von Fotos oder die Niederschrift einer Audio-Datei.
Das Prinzip basiert auf dem von Amazon eingrichteten “Mechanical Turk”, das ebenfalls kleinere Aufgaben an Menschen verteilt, wenn diese nicht vom Computer bearbeitet werden können. Berechnungen ergaben, dass die englischsprachigen Handynutzer in den Entwicklungsländern zusammen 250 Millionen Arbeitsstungen pro Tag zur Verfüung haben. Diese könne man gut nutzen, um kleine Aufgaben zu verteilen. Die Menschen könnten somit ihren Tageslohn von 3€ auf einen Stundenlohn von 3€ aufwerten.
Hauptzielgruppe sind die ländlichen Gebiete, die kaum Zugang zu Arbeit oder Technik haben, wie zum Beispiel die Gegenden südlich der Sahara. Die Auszahlung erfolgt folgendermaßen: Nach Erledigung der Arbeit erhält die Person eine Bescheinigung auf ihr Handy. Gegen Vorlage dieser kann sie an einer Tankstelle oder einem anderen zugelassenen Ort ihr Geld direkt in Bar ausgezahlt bekommen. Die ist ein erheblicher Fortschritt, da nur 20% der Personen in Entwicklungsländern ein Konto besitzen.
Sollten nur 5% der Kenianer diese Arbeit in Anspruch nehmen, ließe sich das Jahreseinkommen des Landes um 1,2 Milliarden Dollar steigern.

