SMS schreiben macht schlau
23.09.2009
Viele Menschen gehen davon aus, dass das Verfassen von SMS auf die Intelligenz schlage. Das Benutzen von Abkürzungen wie thx ( =thanks – danke), lol (= laughing out loud – lautes Lachen), hdl (=hab Dich lieb) und weiteren könne ja nur blöd machen. So äußern sich Gegner des SMS-Konsums. Vor allem bei Jugendlichen sei das SMS Schreiben von Nachteil, diese sollten doch beim Spracherwerb nicht durch solche Einflüsse gestört werden. Auch die Tatsache, dass solche Abkürzungen teilweise in der gesprochenen Sprache Verwendung finden, finden die Kritiker eher alarmierend. Eine Studie hat jetzt jedoch herausgefunden, dass das Schreiben von SMS die Sprachentwicklung bei Kindern weder behindert noch rückentwickelnd wirkt.
Für die Studie sollten 40 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren ihre gesamten SMS über einen Zeitraum von 7 Tagen abspeichern. Diese abgespeicherten SMS wurden dann von einem Forscherteam ausgewertet. Im Anschluss an diese siebten Tage musste jeder der Getesteten einen Sprachtest durchführen, der ihre Sprachkenntnisse auswertete. Dabei wurden verblüffende Ergebnisse ermittelt. Jugendliche, die in elaborierter Sprache Fehler machten, begingen auch häufiger Fehler in SMS – die SMS-Sprache scheint also keineswegs einfacher zu sein. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass sich ein regelrechtes SMS-Jargon gebildet hatte. Das Übersetzen von Hochsprache in Jargon und wieder zurück sei – im Gegenteil zu den Behauptungen der Kritker – fördernd für die Sprachkenntnisse, da es das Gehirn trainiere.

