SMS Betrug weiter entschlüsselt
18.09.2009
Wie vor einigen Wochen bereits berichtet, wurden Betrüger in Kiel festgenommen, die mehrere Millionen Euro von ahnungslosen Kunden per Flirt-SMS ergaunert hatten.
In den Ermittelungen kamen jedoch noch weitere Verzweigungen zu Tage. Demnach gleidert sich der Betrug in drei Bereiche auf. Der erste sind die Flirt-SMS. Dabei verschicken Mitarbeiter SMS an Kunden, die in der Annahme verbleiben, es handle sich um ernst gemeinte SMS, jede Antwort auf eine SMS kostet aber 1,99 Euro. Der zweite Zweig sind die sogenannten Ping-Anrufe. Dabei werden die Opfer kurz angeklingelt. Auf dem Display erscheint dann die Meldung: Anruf in Abwesenheit. Wer zurückruft, landet bei einer teuren Sex-Hotline. Manchmal ertönt sogar nur ein Freizeichen, eine Rechnung erhält der Kunde trotzdem. Sparte Nummer drei sind die teuren Abo-Fallen. Im Internet findet man auf vielen Seiten Werbung für erfolgreiche IQ-Test, Pertnerschaftstests oder Ahnenforschung. Zur Anmeldung ist es erforderlich, seine Handynummer einzugeben. Tut man dies jedoch, so kann die Handyrechnung schnell um 50 Euro höher werden, denn im Kleigedruckten ist oft von einer einmaligen Zahlung von 50 Euro und einem sich anschließenden monatlichen Abo die Rede. Zwar sind diese Abos nicht rechtskräftig, wer aber ahnungslos bezahlt, der sieht sein Geld meist nie wieder.
Zwar wurden jetzt 6 Verantwortliche für zahlreiche Betrugsversuche verurteilt, doch ist davon auszugehen, dass noch mehr “Abzocker” das Internet unsicher machen. Verbrauchern wird daher empfohlen, auf unbekannte SMS oder Rufnummern nicht zu antworten und bei zweifelhaften Tests immer nach dem Kleingedruckten zu suchen.

