“Achtung, bitte verlassen Sie innerhalb kürzester Zeit ihr Haus. Es könnte von den Hamas als Waffenlager genutzt werden und ist daher eventuelles Zeil für unseren Angriff. Luftstreitkräfte Israels.”
Solche oder ähnliche SMS dürften in den letzten Tagen tausende palästinensische BEwohner des Gaza-Streifens erhalten haben. Nachdem acht Tage nach Ende des Waffenstillstandes zwischen Israel und Palästina die palästninensische Extremistenorganisation Hamas ihre Angriff auf den Gazastreifen wieder aufnahmen, entschloss sich Israel, diese zurückzuschlagen. Ziele waren vor allem die Waffenlager, die die Hamas im Gazastreifen unter gewöhnlichen Wohnhäusern untergebracht hatten. Um die Bewohner vor bevorstehenden Luftangriffen zu warnen, versandte die israelische Luftwaffe tausende SMS mit der Aufforderung das Gebiet in einem gewissen Umfald angenblicklich zu verlassen.
Die Wirkung jener SMS war aber eher gering. Bisher zählen die Palästinenser über 270 Tote im Gebiet der Luftangriffe.
Auf dem Gelände der Hauptkaserne in der Stadt Gaza liegen am Samstagnachmittag die Leichen von mehr als zwölf Polizisten in den Uniformen der Hamas auf dem Boden. Anwohner helfen dabei, die Verletzten mit Privatautos ins Krankenhaus zu bringen. Dort reichen die Kapazitäten in keiner Weise aus, alle zu versorgen. «Es gibt Köpfe ohne Körper, es ist Blut auf den Gängen», sagt die Krankenpfleger Ahmed Abdel Salaam im Schifa-Hospital, der grössten Klinik in Gaza.

