Im Jahr 2008 war die Zahl der Opfer sogenannter SMS-Flirt-Chats oder ähnlicher Systeme drastisch gestiegen und mussten hohe Summen bezahlen. Nun hat sich die Kriminialpolizei Kiel eingeschaltet und konnte bereits erste Erfolge erzielen.
Vielen Deutschen ist auf der Suche nach dem richtigen Partner das ein oder andere Mittel recht, woh l aber nicht eine vollkommen überhöhte Telefonrechnung. Genau damit wurden aber besonders im Jahr 2008 viele Nutzer von SMS- oder auch Internet-Chats konfrontiert.
Das Prinzip, das dahinter steckt, ist eigentlich sehr löblich: Der User sendet eine SMS mit einem bestimmten Inhalt (zum Beispiel “Chat 111″) an eine bestimmte Nummer und wird dann im Folgen mit mehreren SMS zu seiner Person befragt. Daraufhin wird ein Profil erstellt, mit anderen Profilen verglichen und bei Übereinstimmung wird der Kontakt hergestellt. Das alles per SMS. Die Anbieter werben oft mit niedrigen Preise (zum Beispiel: “nur 9 Cent pro SMS”). Dass sich dieser Preis meist auf den vom Netzbetreiber aufaddiert, wird meist verschwiegen, genauso, wie die Tatsache, dass dies beispielsweise nur für die Phase der Profilerstellung gilt und sich der SMS-Preis danach auf 1.99€ pro SMS erhöht. Am Monatsende steht der Kunde dann vor einer hohen Handyrechnung. Zwar kann man gegen die versteckten Kosten vorgehen, doch ist dies meist ungünstig, da die SMS-Chatanbieter meist schwer zu identifizieren sind und so nochmals Kosten für einen Anwalt anfallen.
Das Prinzip der versteckten Kosten bei Internetchats ist ähnlich. Hier meldet sich der Kunde bei einem normalen Internetchat an. Der vermeintliche Chatpartner arbeitet aber für eine Firma, die ihn darauf angesetzt hat, Bekanntschaften zu machen und diese dann auszunutzen. Irgendwann gibt der vermeintliche Chatpartner dem Kunden “seine” Handynummer mit dem Vorschlag, doch auch so in Kontakt zu bleiben. Sendet der Kunde nun eine SMS an diese Nummer, werden ebenfalls bis zu 3€ pro SMS fällig. Auch hier ist der Schock am Ende des Monat groß und Gegenmaßnahmen genauso schwierig.
Die Kriminalpolizeit startete daher letzte Woche einen deutschlandweiten Aufruf, sich vor SMS-Chats und anderen Abzocken per SMS in Acht zu nehmen. Gleichzeitig begannen die Ermittlungen gegen die Betreiber der SMS-Abzocken. Nun wurden die ersten Erfolge erzielt. Rund 50 Beamte der Staatsanwaltschaft Kiel entdeckten in vier Häusern und Flensburg, Harrislee und Handewitt Hinweise auf Abzocker-Firmen. «Es wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt», sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Nun wurden sechs Personen zur Veranwortung gezogen werden, die ihre Angestellten wohl zum Missbrauch von SMS-Chats gezwungen haben.
Die Gefahr ist damit allerdings noch nicht gebannt und die Polizei warnt noch immer vor SMS-Betrug!

