Der Klingelton
14.09.2008
Der Klingelton hat im Handyzeitalter beträchtlich an Bedeutung gewonnen. Dabei handelt es sich allgemein gesagt nur um einen Ton der von einer Klingel erzeugt wird. Das Handy empfängt eine digitalisierte Audiodatei die beim ankommenden Anruf abgespielt wird.
Durch zahlreiche Anbieter, wie z.B. dem Marktführer Jamba wurde der Klingelton an sich zum eigenen Wirtschaftszweig ausgebaut. Früher nur zur Unterscheidung vieler Telefone und Anrufer genutzt, werden heute vielmals Songs aus den Charts oder auch Geräusche für ankommende Anrufe benutzt. Aber auch beim Klingelton gibt es viele Formatunterschiede. Das herkömmlichste Format ist wohl die MIDI-Datei. Erkennbar durch die Dateiendung .mid oder .midi. Bei diesem Format werden Einzeltöne eines Instruments per Datenübertragungs-Protokoll wiedergegeben. Es gibt allerdings auch Herstellereigene Klingeltöne, angeboten z. B. von Nokia, Siemens oder Ericsson. Diese Klingeltöne befinden sich meist auf Handys die noch keine polyphonen Klingeltöne verwenden können. Vorteil dieser Töne liegt darin, dass sie leicht per SMS versendet werden können, da sie in einer ASCII-Darstellung angelegt sind. Polyphone Klingeltöne sind im Gegensatz zu den MIDI-Dateien nicht geprägt durch einzelne Töne sondern durch Mehrstimmigkeit. Hiermit konnten erstmal bekannte Lieder abgespielt werden und der Wirtschaftszweig „Klingelton“ konnte noch mehr ausgebaut werden.
Neuste Innovation am Markt, die aber leider noch nicht von allen Mobiltelefonen unterstützt wird, ist das MP3-Format. Hierbei wird im Gegensatz zu den MIDI-Dateien das komplette von Menschen wahrnehmbare Klangspektrum abgebildet. Vorteil dieser Dateien ist, dass sie weitaus größer sein können als die MIDI-Dateien, allerdings ist die Dekodierung viel aufwendiger und leistungsfähige Handys mit großem Flash Speicher werden benötigt. Bei neueren Handymodellen ist es nun außerdem möglich ganze Videos als Klingeltöne abzuspielen. Möglichkeiten zum Aufspielen neuer Klingeltöne gibt es viele. Zum einen im Austausch mit Freunden oder Kollegen via Bluetooth zum anderen ist es möglich einen Klingelton per MMS oder per WAP-Link in einer SMS zu erhalten. Der Erwerb eines Klingeltons hat sich mittlerweile als reinster Kassenschlager entpuppt. So stellte die Direktorenkonferenz im März 2005 fest, dass Spots für Klingeltöne den größten Teiler aller Werbespots bei den vier Musikfernsehsendern darstellten. Ab 1,99 Euro werden dort Klingeltöne durch geschickte Marketingstrategien an den Mann gebracht oder besser gesagt an den Jugendlichen der hier sein Taschengeld sehr schnell dezimiert. Für viele Jugendliche ist es schon zur Gewohnheit geworden ständig mit noch aktuelleren Songs und Geräuschen Freunde zu beeindrucken. Durch den Klingeltonboom fühlen sich mittlerweile allerdings viele Leute gestört und in vielen Bereichen ist es nun sogar untersagt ein Handy zu benutzen. Auch der Klingeltonumsatz ist seit 2007 in Europa massiv zurückgegangen, in Großbritannien z. B. haben im Oktober 2007 nur noch 3,4 Prozent aller Nutzer einen Ton erworben.

