Handyticket
07.05.2009
Ursprünglich war das Handy als das gedacht, was es auch übersetzt bedeutet: Als mobiles Telefon. Mit diesem Mobiltelefon sollte man auch von unterwegs telefonieren können. Dass es bei dieser Funktion nicht geblieben ist, zeigt ein Blick auf ein Modernes Handy. Kamera, MP3-Player, Internetzugang, Spiele, Taschenrechner, Terminplaner, Telefonbuch – die Liste ließe sich beliebig fortführen – zählen heutzutage shcon fast zur Grundausstattung eines normalen Handys. Nun soll das Handy sogar als Ticket für den offentlichen Nahverkehr dienen. In Leipzig wurde das Prinzip jetzt eingeführt und soll getestet werden.
In Leipzig sollen Handys jetzt auch als Straßenbahntickets fungieren können. Die einzige Vorraussetzung hierfür ist, dass das Mobiltelefon internetfähig ist. Das sogenannte Handyticket der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ermöglich es nämlich, ein Ticket über das Handy zu erwerben.
Das Programm, das hierfür nötig ist heißt “Easy.go”. Dieses Programm soll zum einen den Fahrkartenkauf – online, über das Handy – ermöglichen, dem kunden aber zusätzlich auch die Möglichkeit gebeb, Fahrpläne und Verbindungen abzurufen. „Wir glauben an die Zukunft des Handytickets und sind überzeugt, dass unsere Kunden es brauchen“, so Peter Nebe, der LVB-Marketing-Leiter. Noch wird das Handyticket nicht offiziell angeboten. Die LVB sucht Personen, die das Prinzip sechs Monate (so lang soll die Testphase gehen) testen. Die Voraussetzungen hierfür sind ein java-fähiges Handy, das über Internet und Farbdisplay verfügt.
Im ersten Schritt muss der Kunde das Programm “Easy.go” auf seinem Handy installieren. Dafür lässt er sich eine SMS mit entsprechendem Anhang schicken. Hat er das Programm erfolgreich installiert, kann er sich von nun an online seine Fahrkarten für die LVB kaufen. Dazu bedarf es nicht einmal einer Anmeldung, die Kosten werden einfach über die Telefonrechnung abgerechnet oder der Betrag wird von der Pre-Paid Karte abgebucht. Nebe erklärt zu “Easy.go”: “Die Menüführung ist leicht bedienen und erklärt sich über Bilder und Piktogramme selbst.“
Stefan Jugelt vom Fahrgastverband Pro Bahn Mitteldeutschland hält das Handyticket für durchaus zukunftstauglich. Laut ihm bildet das Handyticket eine sehr gute Möglichkeit für Kunden, die gut mit ihrem Handy umgehen können. „Dieser Kundenkreis ist jedoch eher klein, zumal die meisten Kunden sowieso eine Monatskarte haben”, so Jugelt, “für ältere Menschen ist die Menüführung jedoch meist zu kompliziert.” So spreche das System vor allem jüngere Menschen an.
Vorteile hat das Handyticket System eine ganze Menge. Verlässt der Kunde beispielsweise ungewollt seine Tarifzone oder braucht aus anderen Gründen eine Ergänzung zu seinem bisherigen Ticket, so kann er diese bequem in der Straßenbahn oder im Bus erwerben, selbstständig und schnell. Das Gebiet, indem die “Easy.go” Software funktioniert soll noch ausgeweitet werden, sodass es vielleicht irgendwann möglich sein wird, bundesweit per Handy Bahn oder Bus zu fahren.
Auf Ablehnung könnte das System aus dem Grund stoßen, dass man bei der Bestellung von Fahrkarten Spuren im mobilen Internet hinterlassen könnte.

